Im Zusammenhang mit der Übergabe der Mutterpfarre Aschbach durch Bischof Ulrich von Passau an das Stift Seitenstetten im Jahre 1116 wird Biberbach erstmals urkundlich genannt. 1312 war Biberbach bereits Pfarre. Nach den Zerstörungen des Türkeneinfalls im Jahre 1529 wurde es jedoch bis 1757 vom Stift aus administriert. Über den Beginn der Besiedlung Biberbachs die Zeit um das Jahr 1000 anzunehmen. In den Besitzverzeichnissen von Seitenstetten, dem damals schon der Hauptteil von Biberbach unterstand, und von Freising, dem der Südteil entlang der Ybbs gehörte, finden sich um diese Zeit bereits die meisten Hof- und Weilernamen von Biberbach. Bis 1848 waren die Biberbacher Häuser auf 28 Grundherrschaften aufgeteilt. In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wurde das Schulgebäude errichtet (1866), die Kirche renoviert und die Raiffeisenkasse gegründet (1896). Das 1979 verliehene Gemeindewappen ist abgeleitet aus dem Siegelwappen des mittelalterlichen Kleinadelsgeschlechtes der Dieminger.
Das Gemeindegebiet teilt sich geologisch in die Molassezone (Nordteil) und die Flyschzone (Südteil)
Molassezone
Die Gesteine der Molassezone wurden im Tertiär zwischen dem kristallinen Sockel der Böhmischen Masse im Norden und dem aufsteigenden Alpenkörper im Süden in einem Meeresbecken abgelagert. Überwiegend kommen sandige Tonmergel, Tone und tonige Sandsteine, die unter dem Lokalbegriff „Schlier“ bekannt sind, vor. Alle diese Gesteine verwittern leicht und bilden sehr tiefgründige lehmig-sandige Verwitterungdecken aus.
Flyschzone
Die Flyschzone zieht sich in einem ca. 10 km breiten Band von Neuhofen-Seitenstetten im Norden bis auf die Höhe von Waidhofen a.d. Ybbs im Süden. Die Gesteine dieser Zone zeichnen sich durch einen intensiven rhythmischen Wechsel von Sandsteinen und tonig-mergeligen Gesteinen ab.
Die nördliche, flachere Hälfte des Gemeindegebietes wird durch intensive Landwirtschaft mit hohem Ackerbauanteil geprägt. Im südlichen Teilgebiet dominiert eine hügelige Landschaft mit einer intensiven Verzahnung von Grünland und Waldgebieten. Unmittelbar an der Ybbs treten steile Hänge mit zutage tretendem Konglomeratgesteinen auf.
Die Landschaft von Biberbach ist durch die hohe Vielfalt der naturräumlichen Ausstattung und der unterschiedlichen Kulturnutzungen geprägt.
Während im Nordteil der Ackerbau mit eingesprengten kleineren und mittleren Waldkomplexen überwiegt, stellt der Wechsel von Wiesen und bewaldeten Gräben das Landschaftsbild des Südteiles dar.
Charakteristisch sind die, noch zu einem beträchtlichen Ausmaß erhaltenen, Obstbaumzeiler, die sich meist aus mächtigen Mostbirnbäumen zusammensetzen.
Die Ybbs stellt von Böhlerwerk bis Kematen die Gemeindegrenze dar und schafft durch ihr tief eingeschnittenes Tal einen ganz speziellen Landschaftstyp. Hier prägen naturnahe Hangwälder und Konglomeratfelsen das Erscheinungsbild.
Ein besonderes Highlight stellt die „Golden Gate Bridge des Mostviertels“ im Bereich der Oismühle dar. Über diesen Steg ist für Fußgänger und Radfahrer die Überquerung des Flusses zwischen Rosenau und Biberbach möglich.