Opponitz

Geschichte

In der Antike gehörte das Gebiet des heutigen Opponitz zur römischen Provinz Noricum. Der Ortsname Opponitz weist auf eine frühere slawische Besiedlung hin. Die slawische Bezeichnung „sobotnica“ lässt sich mit „Geräusch des Wassers“ übersetzen und nimmt vermutlich Bezug auf die Lage am Fluss. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort im Jahr 1256 in einem Passauer Urbar unter dem Namen „Opotnitz“.

Ab dem 17. Jahrhundert entwickelte sich die Eisenverarbeitung zum bedeutendsten Wirtschaftszweig der Gemeinde. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Herstellung von Sicheln und Sensen, die weit über die Region hinaus gehandelt wurden. Mit dem Niedergang der traditionellen Eisenverarbeitung im 19. Jahrhundert verlor dieser Wirtschaftszweig zunehmend an Bedeutung.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wandelte sich Opponitz von einem industriell geprägten Ort zu einer ländlichen Gemeinde. Heute ist die Landwirtschaft kleinstrukturiert und bildet gemeinsam mit der Forstwirtschaft eine wichtige Grundlage des lokalen Wirtschaftslebens. Etwa 50 landwirtschaftliche Betriebe bewirtschaften die gepflegte Kulturlandschaft, wobei rund die Hälfte der Landwirte ihre Höfe nach biologischen Kriterien führt.

Die starke Dorfgemeinschaft, getragen von Vereinen, Brauchtum und gelebter Tradition, prägt das gesellschaftliche Leben bis in die Gegenwart. Gleichzeitig gewinnt der sanfte Tourismus zunehmend an Bedeutung. Neben Wandern und Naturerlebnis ist insbesondere das Fliegenfischen an der Ybbs ein überregional geschätztes Angebot.

Heute versteht sich Opponitz als naturnaher Wohn- und Erholungsort, der den Erhalt seiner Kulturlandschaft, die Pflege der Traditionen und eine nachhaltige Entwicklung miteinander verbindet.

Geographie, Geologie u. Naturraum

Opponitz liegt in der niederösterreichischen Eisenwurzen, im Tal der mittleren Ybbs. Das türkisblaue Wasser des Flusses prägt die Landschaft und bietet zahlreiche Möglichkeiten für Naturerlebnisse und Wassersport. Rund 75 % der Gemeindefläche sind von Wald bedeckt.

Die Gemeinde ist eingebettet zwischen Bauernboden (mit Schneekogel 1373m und Alpl 1405m), Friesling (1339 m), Schwarzenbachberg (941m) und Reichenwald/Wetterkogel (1111 m). Die höchste Erhebung der Gemeinde ist das Alpl mit 1405 m, von dessen Gipfel man einen beeindruckenden Ausblick auf die umliegende Bergwelt genießt. Opponitz grenzt an die Gemeinden, Ybbsitz, St. Georgen am Reith, Hollenstein/Y., Gaflenz und Waidhofen/Y.

Geologisch gehört Opponitz zur sogenannten Opponitz-Formation, einer lithostratigraphischen Einheit der oberen Trias (Karnium) der Nördlichen Kalkalpen. Sie besteht aus gut geschichteten Kalken, Rauwacken, Dolomiten, Mergeln und Schiefertonen, die unter salzigen, evaporitischen Bedingungen entstanden sind. Die Sedimente der Formation können bis zu 300 Meter mächtig sein. Typisch sind feine mikritische Kalke sowie gipsführende Horizonte, die auf die besonderen geologischen Entstehungsbedingungen hinweisen.

Was macht die Naturparkgemeinde Opponitz so besonders?

Fliegenfischen im Fischerdorf Opponitz
Fliegenfischen hat in Opponitz eine lange Tradition. Dank seines erstklassigen Fliegenfischereiangebots trägt Opponitz heute stolz die Bezeichnung „Fischerdorf“ und lädt Besucher aus aller Welt ein, diese Tradition hautnah zu erleben. Die abwechslungsreichen Reviere liegen in einer weitgehend unberührten, naturnahen Landschaft und bieten hervorragende Bedingungen für Äschen sowie Regenbogen- und Bachforellen. Hier trifft Naturschönheit auf Angelgenuss – ein Erlebnis für alle, die Ruhe und Naturverbundenheit suchen.

Naturbadeplatz Ochsenloch und Ybbstalradweg
Opponitz ist eine Gemeinde entlang des Ybbstalradwegs, die mit zahlreichen idyllischen Plätzen zum Verweilen einlädt. Der Naturbadeplatz „Ochsenloch“ ist ein frei zugänglicher Flussbadeplatz in malerischer Umgebung. Ein markanter Felsen am Ufer und der weitläufige Strandbereich laden zum Schwimmen, Planschen und Verweilen ein. Der Badeplatz liegt direkt am Ybbstalradweg und ist ein beliebter Stopp für Radfahrende, die unterwegs eine erfrischende Pause in idyllischer Umgebung genießen möchten.

Narzissen und Orchideenwiesen
Im Gemeindegebiet von Opponitz finden sich artenreiche, landschaftlich besonders schöne Wiesen und Weiden mit teils dichten Narzissenbeständen. In den hochwertigsten Flächen kommen bis zu 100 Pflanzenarten vor, darunter zahlreiche seltene und gefährdete Blütenpflanzen wie Orchideen. Diese Narzissen- und Orchideenwiesen sind heute sehr selten und von höchstem Naturschutzwert. Der Erhalt dieser wertvollen Lebensräume ist der behutsamen, extensiven Bewirtschaftung durch die regionale Bauernschaft zu verdanken. Durch mäßigen Düngereinsatz und einen späten ersten Schnitt bleiben diese Flächen als Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren erhalten.

Naturdenkmal Ofenloch
Das Naturdenkmal Ofenloch in Opponitz ist eine beeindruckende, rund 2,5 km lange Schluchtstrecke der Ybbs, die 2015 zum Schutzgebiet erklärt wurde. Sie besticht durch ihre naturnahe Flusslandschaft, steile Felswände und dient als Rückzugsort für zahlreiche seltene und teils gefährdete Tier- und Pflanzenarten.

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