Das Gebiet von Ybbsitz gehörte im Altertum zur römischen Provinz Noricum. Der Name scheint 1107 erstmals in einer Urkunde auf und ist slawischen Ursprungs. Ursprünglich bezeichnete „Ybbsitz“ wohl nicht den Ort selbst, sondern die Gewässer der Umgebung, insbesondere Schwarzois und Kleine Ybbs. Auch die Bezeichnung „Ibisitzgimundi“ für eine Flussmündung aus dem 12. Jahrhundert weist darauf hin.
Im 12. Jahrhundert gründete das Stift Seitenstetten eine Pfarre, um die sich eine Siedlung entwickelte. 1480 erhielt der Ort von Kaiser Friedrich III. das Marktrecht. Durch die Nähe zum steirischen Erzberg, den Waldreichtum und die Wasserkraft wurde Ybbsitz zu einem wichtigen Zentrum der Eisenverarbeitung in der Eisenwurzen, mit einer Blütezeit im 16. Jahrhundert. Heute prägen montanhistorische Denkmäler, die Mitgliedschaft im Ring der Europäischen Schmiedestädte und das als Immaterielles Kulturerbe anerkannte Schmiedehandwerk das Selbstverständnis des Ortes.
Ybbsitz liegt in der Eisenwurzen im niederösterreichischen Mostviertel, im Tal der Kleinen Ybbs, einem Nebenfluss der Ybbs. Die Kleine Ybbs, die in ihrem Oberlauf bis Ybbsitz den Namen Schwarze Ois trägt, nimmt im Ort den von Süden kommenden Prollingbach auf.
Geologisch gesehen liegt Ybbsitz an der Grenzlinie zwischen der Sandsteinzone und dem Kalkvoralpengebiet.
Die geschichtliche Entwicklung des Marktes lässt sich 800 Jahre zurückverfolgen.Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 104,16 Quadratkilometer. 58,09 Prozent der Fläche sind bewaldet. Hausberg von Ybbsitz ist der direkt südöstlich gelegene Prochenberg. In Maria Seesal einer Katastralgemeinde von Ybbsitz befindet sich die Wallfahrtskirche Maria Seesal.
Ybbsitz vereint ursprüngliche Natur, lebendige Tradition und echte Gastfreundschaft. Eingebettet in weitläufige Wälder und die reizvolle Landschaft der Eisenstraße lädt der Ort zum Wandern, Mountainbiken und Genießen ein. Herzstück ist die Schmiedemeile, wo seit Jahrhunderten das Pochen und Hämmern nie verstummt ist. In modernen Werkstätten wie in historischen Hammerwerken wird Metall gestaltet und Schmiedekunst für Besucher erlebbar gemacht, dies zeigt auch die Aufnahme des Schmiedens in Ybbsitz in die Liste des immateriellen UNESCO-Kulturerbes.
Kulturelle Höhepunkte wie die Klangschmiede, der Messermarkt oder die Schmiedeweihnacht machen den Ort das ganze Jahr über lebendig. Die glasklare Kleine Ybbs begeistert zudem seit dem Jahre 2023 Fliegenfischer mit ihrem hervorragenden Bestand. Ybbsitz ist damit zugleich Wanderdorf, Schmiedezentrum und Naturerlebnis – ein Platz, an dem Geschichte spürbar bleibt und gleichzeitig Neues entsteht.